Vorweihnachtliche Orangentaler mit Rosinen

Als ich noch in Hamburg wohnte, arbeitete ich 3-4 Winter hintereinander auf dem Weihnachtsmarkt für einen veganen Lebensmittelversand aus Süddeutschland, das sehr leckere pflanzenbasierte „Pestos“, Brote, Brotaufstriche und Süßkram aus eigenem Anbau und Produktion anbot. Mit der Zeit verstand ich die Konzepte hinter Veganismus und Veganismus verkaufen mehr und mehr, bis man sich über bissige, gehäßige Kommentare à la „Das ist mir zu gesund“ oder „Fleisch ist mein Gemüse“ kaum noch aufregte; sicherlich auch weil es nicht verkaufsfördernd gewesen wäre ausfallend zu werden. Ich jedenfalls habe in meiner Zeit mit diesem Unternehmen auf vielen Ebenen sehr viel lernen können, nicht nur sachlich gesehen was pflanzenbasierte Ernährung, Intoleranzen und Präferenzen betrifft, sondern auch wie man sich selber #Charisma und dadurch auch sein Produkt verkauft. Ich hatte große Freude am Verkaufen gewonnen und habe mit der Zeit immer auf größere Besuchermengen gewartet um einem möglichst großem Publikum meine (Verkaufs-)Geschichte erzählen zu können… ich bekam vieles an lieben Worten, Komplimenten und Dankeschöns von Weihnachtsmarktbesuchern, sogar Applaus und Trinkgelder waren die Reaktionen auf meine Arbeit und mich. Good ol‘ times.

Jedenfalls blieben mir diese Orangentaler im Kopf. Sie waren ganz wunderbar aromatisch, weihnachtlich und von vielen meiner Kollegen DER Lieblingskeks. Da ich die Inhaltsstoffe noch vom Verkauf im Kopf hatte, dachte ich mir kann das ja nicht zu schwierig nachzumachen sein. War es auch nicht. Toller Keks! Äh, Taler!

Wir brauchen für 12-16 Taler:

  • 160g Haferflocken
  • 160g Weizenvollkornmehl
  • 20g Maisstärke
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Natron
  • 150g vegane Margarine
  • 75g Rohrohrzucker
  • 100g Rosinen
  • 40g Agavendicksaft
  • Abrieb von 2 Bio-Orangen
  • zusätzlich Orangenöl (zur Not auch Orangenaroma)
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  1. Ofen auf 160 Grad vorheizen. Haferflocken, Mehl, Salz, Maisstärke und Natron miteinander vermengen.
  2. Die Margarine und den Zucker schaumig schlagen. Dann die anderen Zutaten dazugeben und zusammen mit den trockenen Komponenten zu einem Teig verarbeiten.
  3. 12-16 Taler (je nach gewünschter Größe) formen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. 2,5cm Platz zwischen den Talern lassen.
  4. Die Taler 12-15 Minuten im Ofen lassen. Nicht zu dunkel werden lassen, rausholen, ein wenig auskühlen lassen, NOMNOMNOM!
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Warum einen eigenen Foodblog – die Motivation

Meinen eigenen foodblog zu haben ist seit 2013 immer eine Idee gewesen. Damals fing ich an mich erstmalig mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen, als ich anfing Packungen umzudrehen und das, was sie uns in der Uni beibrachten, auch im echten Leben anzuwenden: hinterfragen. Dort angekommen war ich erstmal 4 Jahre lang Vegetarier mit veganen Phasen, wobei ich diese aufgrund von Unwissen im Bereich der Mikro- und Makronährstoffe immer wieder unterbrach und zu „den Proteinen“ zurückkehrte. Ich war so verunsichert und so sicher, dass ich eigentlich vegan sein wollte, aber es einfach „nicht durchziehen konnte“, weil mich auch der Convenience Faktor massiv einschränkte – zumindest glaubte ich das damals. #boywasIwrong

Grünkohl-Haselnussbrot mit Roggen- und Dinkelvollkornmehl

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Mein Schwager hat mich mit einer Mischung aus Unglauben und Ekel angesehen, als ich behauptete ein Grünkohlbrot backen zu wollen. Ich habe mir die Vorstellung von Grünkohl und Haselnüssen in einem dunklen Brot aber so arg in den Kopf gesetzt, dass sein ungläubiger Blick mir nichts anhaben konnte; im Gegenteil noch: jetzt erst recht!

Als ich Ende letzter Woche einen normalen Hefeteig ansetzte, am Ende der Ruhezeit Grünkohl und Haselnüsse hinzufügte, den Teig in den Ofen schob und nach 1h ein wunderschönes, superleckeres Brot rauskam, war ich dann doch überrascht. Mich irritierte, dass mir meine Brotbacken-Trotzreaktion direkten Erfolg bescherte. Nun, auch ein blindes Huhn… yeah.

Gestern haben wir das Grünkohl-Haselnussbrot noch einmal gemacht, aus akutem Mangel an Roggenmehl, aber auf Weizenvollkornmehl zurückgreifen müssen. Mir gefiel die Variante davor besser, weswegen das Rezept gepostet wird; die Fotos hier und heute sind allerdings von der Weizenmehlvariante.

Für einen Laib (25cm Kastenform) brauchen wir:

  • 250g Dinkelvollkornmehl
  • 250g Roggenvollkornmehl
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 2 TL Salz
  • 375ml Wasser, lauwarm
  • 100g Grünkohl (kann TK sein)
  • 100g Haselnüsse
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  1. Beide Mehlsorten, Hefe und Salz miteinandervermengen, dann lauwarme (nicht mehr als 37 Grad!) 375ml dazugeben und mit einem Knethaken bearbeiten. Den Teig dann abgedeckt mit einem feuchten Tuch an einem warmen Ort für 3h ruhen lassen. Zzzzzzz…
  2. TK-Grünkohl in der Zwischenzeit aus dem Froster holen und auftauen lassen.
  3. Eine saubere Oberfläche mit Mehl bestreuen und den Teigmann darauf auslegen und den Grünkohl und die Haselnüsse einarbeiten. Durchkneten.
  4. Den Teig in eine mit ein wenig Olivenöl befettete Kastenform legen und in den kalten Ofen stellen. Den Ofen dann auf 200 Grad stellen. Die Zeit des Hochheizens nutzt der Hefeteig noch einmal für einen Powernap.
  5. Ab des Ofenanstellens zählen wir eine Stunde, dann das fertige Brot aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.
  6. NOMNOMNOM!
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